Mi
25
Aug
2010
Wieder Zuhause!
Seit dem 4. August bin ich wieder in Deutschland. Auf diesem Blog habe ich in den letzten Monaten keine neuen Artikel veröffentlicht. Dafür stellen meine vier Quartalsberichte eine ziemlich umfassende Berichterstattung dar. Sie stehen hier zum Download bereit.
Di
23
Feb
2010
Karneval in Rio
Damit alle wissen, dass ich trotz mancher Schwierigkeiten auch eine Menge Spaß habe, illustrieren die Fotos meine Eindrücke einer der größten Partys der Welt.
Letztendlich ist der Karneval in Rio nicht viel anders als in Kölle - viele verkleidete und nicht verkleidete Menschen singen, tanzen, trinken und feiern von morgens bis spät in die Nacht hinein
auf der Straße. Größter Unterschied ist wohl die Hitze, von der man sich bei einem Sprung ins Meer zwischen den einzelnen Umzügen abkühlen kann.
Und die Umzüge - ja, die sind ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Die halbnackten Sambatänzerinnen, die man aus dem Fernsehen kennt, sieht man nur im Sambódromo. Um dort die großen inszenierten Karnevalsparaden erleben zu können, muss man viel Eintritt zahlen. Der Großteil der
einheimischen Bevölkerung geht jedoch zu den Stadtteilpartys (Blocos). Diese variieren sehr. Von dem ersten Bloco in Botafogo war ich ziemlich enttäuscht. Es fuhr lediglich ein Wagen mit
elektronischer Musik und einer Sängerin vorbei, und wir haben uns von den Menschenmassen hinter dem Wagen her schieben lassen. Die weiteren Blocos waren dann sehr viel interessanter - mit
Livebands, Samba Batucada, Maracatu Tänzerinnen. Da hat mich der Karneval mit seinen brasilianischen Rhythmen also doch noch
angesteckt!
Sa
17
Okt
2009
Peerleader Treffen
Allgemein kann ich leider noch immer nicht sagen, dass es mir hier wirklich gut geht. Das Leben in einem brasilianischen Bergdorf ist sehr anders, als alles was ich bisher kennen gelernt habe. Die Abhängigkeit von den Bussen und anderen Leuten macht mich wahnsinnig. Ich liebe schließlich meine Unabhängigkeit. Außerdem ist es im Rahmen eines Freiwilligendienstes nicht ganz einfach seine Rolle zu definieren, sinnvolle Aufgabenbereiche zu finden, sich gegenüber seinen Kollegen zu positionieren. Es kostet mich viel Kraft, mich hier so einzurichten, dass ich mich wohl fühle. Aber mit etwas Geduld wird es mir hoffentlich in den nächsten Wochen gelingen!
Wohnungstechnisch kann ich zumindest vorübergehend bei einer Bekannten in der Stadt Resende unterkommen. Vielleicht wird bald ein Zimmer in einer befreundeten WG frei. Dann kann ich neben Pferden und Hunden auch manchmal etwas Stadtluft schnuppern.
PEERLEADER:
Ich habe gerade zwei schöne, doch auch sehr anstrengende Wochen hinter mir. Meine weltwärts-Stelle ist nur ein kleiner Posten im Rahmen einer größeren Kooperation zwischen meinem deutschen Verein
Mirantao und der Schule hier in Mauá. Mirantao ist ein Verein in dem kleinen Dorf Ostrhauderfehn bei Leer in Ostfriesland. Der Verein wurde vor vielen Jahren von dem Haupt- und Realschullehrer
Harald Kleem gegründet, um außerschulische Bildungsarbeit für die Dorfjugend zu leisten. Ein Schwerpunkt liegt auf interkulturellem Lernen. So hat er im Laufe der letzten 10 Jahre eine
Dreiecks-Kooperation zwischen Deutschland, Brasilien und Südafrika aufgebaut. In allen drei Ländern gibt es kleine Jugendgruppen, die sich unter dem Projektnamen „Peerleader" mit
unterschiedlichen Themen wie Gesundheit, Heimat, Umwelt und Theater auseinandersetzen. Einmal im Jahr findet ein Treffen der drei Länder statt, wo sich die Gruppen untereinander austauschen.
Dieses Jahr sollte das Treffen eigentlich in Afrika stattfinden, doch da die alte langjährige Kooperation geplatzt ist und nun eine neue aufgebaut wird, wurde das Treffen kurzfristig nach
Brasilien verlegt. So hatten wir 12 Tage lang Besuch von einer Gruppe von deutschen Jugendlichen sowie einigen Mitarbeitern des Vereins.
Dieser Besuch war sehr gut und wichtig für mich. Nicht alles hier ist so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Gespräche mit meinen deutschen Kollegen zeigten mir, dass sie meine Kritikpunkte verstehen und an denselben Punkten weiterdenken und andere Lösungen suchen. So weiß ich, dass ich die richtigen Leute im Hintergrund habe, auch wenn sie weit weg sind. Es tat außerdem einfach gut, sich in der eigenen Sprache über meine Erfahrungen auszutauschen.
Thematische Schwerpunkte des Treffens waren die Theaterarbeit und die Globoscouts. Die deutsche Theatergruppe führte unter dem Titel „Der achte Kontinent" ihr selbst erarbeitetes Stück zum Thema Klimakatastrophe in mehreren Schulen der Umgebung auf. Von den Brasilianern präsentierte sowohl die Schultheatergruppe als auch unsere Gruppe von Mestre Claudio ihre Arbeit. Der Applaus des Publikums sowie die professionelle Hilfe des deutschen Theaterpädagogen Norbert Knitsch ermunterten unsere Theatergruppe das collagenhafte Musiktheater weiter zu entwickeln.
Globoscouts sind die Peerleader, die sich mit ihrer Heimatregion beschäftigen. Dabei liegt das Augenmerk ganz bewusst auf der Region, um nicht die gängigen Klischees des jeweiligen Landes zu bedienen. Die brasilianischen Scouts hatten einige Touren durch die Region organisiert, bei denen sie ihren deutschen Altersgenossen Besonderheiten der heimischen Fauna und Flora erklärten. Highlights im Nationalpark waren das Bad in den Wasserfällen sowie die zufällige Begegnung mit einer kleinen Affenfamilie. Sehr interessant und anschaulich war außerdem der Besuch einiger Farmen und Personen, die sich in unterschiedlichem Maße dem Ökotourismus verschrieben haben. Die Bandbreite reichte von einem noblen Hotel, das seinen Gästen neben gemütlichen Räumlichkeiten und natürlichen Entspannungsangeboten ein komplettes Recycling der Abfälle garantiert, über eine Farm mit eigener Milch- und Käseproduktion bis hin zu einer Frau, die sich auf den Anbau und die Wirkung von Heilkräutern spezialisiert hat.
Die deutschen Peers mussten sich durch die große räumliche Distanz andere Präsentationsmöglichkeiten ausdenken. Über die Darstellung typischer Charaktere verschiedener Alterklassen aus ihrem Bekanntenkreis gelang es ihnen zugleich spielerisch wie auch informativ ein Bild ihrer ostfriesischen Heimatregion zu zeichnen.
Neben den Deutschen waren auch drei Afrikaner des neuen Kooperationspartners zu Besuch. Durch die kurze Dauer der Zusammenarbeit, waren sie leider zahlenmäßig wie inhaltlich unterpräsentiert. Dennoch waren sie eine große Bereicherung für das Treffen, und ich hatte unglaublich spannende Gespräche und Erlebnisse mit ihnen. Durch das große Interesse der Afrikaner an der Capoeira wurde mir noch mal deutlich, dass gerade die Capoeira durch ihre afro-brasilianischen Wurzeln eine hervorragende Schnittstelle in der Kooperation zwischen Brasilien und Afrika bietet.
Ein Erlebnis der besonderen Art war der Besuch einer Candomblé Gemeinde. Candomblé ist eine der afro-brasilianischen Religionen, die in Brasilien praktiziert werden. Der Afrikaner Paul, der lange Zeit als christlicher Priester in Südafrika arbeitete, inzwischen jedoch keiner christlichen Kirche mehr angehört, hatte um diesen Kontakt gebeten. Ich selbst, hätte mich sonst wahrscheinlich nie getraut, diesen Wunsch zu äußern, um nicht als Religionstourist abgestempelt zu werden. Ich habe die Chance jedoch genutzt, der Zeremonie beizuwohnen. Die Candomblé Anhänger haben uns sehr herzlich empfangen, Hintergründe ihrer Religion und ihrer zahlreichen Schutzgötter erläutert, mit uns gemeinsam gespeist und uns schließlich sogar an einem Ritual teilnehmen lassen. Paul wurde als Gast aus Afrika besondere Ehre zuteil. Es war eine unglaublich intensive Erfahrung, einer für uns Westeuropäer so fremdartige Kultur hautnah mit zu erleben.
Mehr Informationen über Candomblé findet Ihr bei Wikipedia.
CAPOEIRA:
Die Capoeiragruppe ist leider nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Mestre Claudio macht nur seine kleinen Workshops in den psychiatrischen Kliniken. Auf Grund gestrichener Gelder der Prefeitura gibt es schon länger kein Training mehr in Resende. So unterrichten lediglich Dedé und zwei weitere Professores in den umliegenden Dörfern. Da es kein Erwachsenentraining gibt und die Kommunikation untereinander eher mangelhaft ist, gelingt es dem Mestre leider nicht, die Gruppe zusammen zu halten. Folglich fehlt die Gemeinschaft als wichtiger Bestandteil der Capoeira.
Aber gerade weil ich eben keine klassische Entwicklungshilfe, sondern einen Freiwilligendienst im Rahmen eines Bildungsprogramms leiste, kann ich schlecht die fehlende Capoeirainfrastruktur
aufbauen, zumal die Gruppe selbst so wenig Eigeninitiative zeigt. Ich kann den Mestre und Dedé nur immer wieder ermuntern, selber aktiv zu werden und nicht ausschließlich auf finanzielle Hilfe
aus Deutschland zu hoffen. Eine Kooperation funktioniert nur dann, wenn die Strukturen vor Ort einigermaßen stabil sind. Ich helfe, wo ich kann, aber es fehlt eine Basis, auf die ich aufbauen
kann! Da gab es eine klare Fehlkommunikation zwischen dem Mestre und meinem deutschen Verein. Es ist mir klar, dass die Politik in Brasilien so unbeständig ist, dass es schwierig ist, eine
nachhaltige Förderung zu bekommen, aber wenn sie ausschließlich auf deutsche Projektgelder bauen, begeben sie sich in eine totale Abhängigkeit, und das ist für beide Seiten ein ungesundes
Verhältnis!
Für mich persönlich ist es schade, dass es kein Erwachsenentraining gibt. Denn selbst wenn einige Kinder ein hohes Niveau haben, ist es mit Erwachsenen ein anderes Spiel. Morgen bin ich jedoch zu
einer Batizado einer anderen Gruppe in Resende eingeladen. Vielleicht kann ich diesen Kontakt zumindest Privat nutzen.
Mein deutscher Verein kann all diese Probleme verstehen. Ich bin deshalb nicht fest an den Mestre gebunden und kann schauen, ob ich mich auch anderweitig irgendwie für das Kooperationsprojekt
oder die Dorfgemeinde einsetzen kann. Ich möchte versuchen gemeinsam mit Léa, unserer Ansprechpartnerin und Projektkoordinatorin in der Schule, ein Konzept für ein Jugendzentrum in Mauá zu
entwickeln. Außer einem Fußballfeld haben die Kinder nämlich keinen Aufenthaltsort, weshalb sie viel zu früh mit ihren Vätern und Tanten in den Bars landen, wo sie sich massenweise Pinga und Bier
in den Schlund gießen. Ein Jugendzentrum könnte ein neuer Treffpunkt werden und sowohl der Capoeiragruppe als auch dem Peerleaderprojekt zwischen Brasilien, Afrika und Deutschland zu Gute kommen.
Beide Projekte halte ich nach wie vor für sinnvolle Freizeitangebote, die den Kindern und Jugendlichen zugleich Disziplin und Selbstbewusstsein vermitteln sowie neue Möglichkeiten für die Zukunft
eröffnen können.
Mo
28
Sep
2009
Stand der Dinge
Auf vielfache Nachfrage ein kleines Update über mein Leben in Brasilien
Di
01
Sep
2009
Einen ganzen Monat...
... bin ich nun schon in Brasilien. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Inzwischen hat sich ein gewisser Alltag eingependelt, über den ich heute berichten möchte.
Wohnen:
Ich teile mir noch immer das Haus mit Nico und John und werde wohl auch noch den ganzen September über hier wohnen bleiben. Wir verstehen uns gut, möchten jedoch alle drei lieber mit Brasilianern
oder alleine wohnen. Wir sind darum weiterhin auf der Suche nach einer anderen Lösung.
Das Haus ist recht gemütlich, und wir haben einen herrlichen Ausblick von unserer Veranda auf die Berge. Dennoch müssen wir uns an den mangelnden Komfort gewöhnen: Das Toilettenpapier wird in Brasilien grundsätzlich nicht IN das Klo, sondern in einen Eimer daneben geschmissen. Bei den Duschen muss man Glück haben, dass man die richtige Einstellung für warmes Wasser findet. Stromausfall ist keine Seltenheit, und am Wochenende mussten wir ein paar Stunden ohne fließendes Wasser auskommen. Die mangelnde Küchenausstattung und Möblierung sind natürlich in erster Linie auf unsere weite Anreise zurückzuführen. Aber auch sie verlangen uns einige Improvisationskünste ab.
Eine Waschmaschine haben wir nicht. Das Von-Hand-Waschen bleibt uns jedoch erspart. Im Dorf ist es üblich, dass die Leute mit Waschmaschine gegen einen geringen Geldbetrag für andere Leute mit
waschen.
Arbeit:
Die Schule hat wieder begonnen, so dass wir erste Einblicke in unserer Arbeitsfelder bekommen konnten. Wie wohl bei den meisten Freiwilligendiensten sind wir nicht in
festgesetzte Strukturen gekommen und werden unsere Aufgaben erst im Laufe der nächsten Wochen in Absprache mit unseren Koordinatoren konkretisieren.
Zunächst einmal begleite ich zwei Tage die Woche Kontramestre Dedé beim Capoeiratraining in der Schule hier in Mauà.
An einem Nachmittag unterstütze ich Mestre Claudio bei seinem Theaterprojekt am Colégio.
An den zwei verbleibenden Tagen gehe ich mit Mestre Claudio in der Stadt Resende in drei verschiedene ambulante psychiatrische Kliniken. Im Rahmen der Möglichkeiten bieten wir verschiedene Aktivitäten in Zusammenhang mit der Capoeira an, müssen uns dabei jedoch stark auf die eingeschränkten Fähigkeiten der Patienten einstellen.
Darüber hinaus ist angedacht, dass ich den fortgeschrittenen Capoeiristas einmal pro Woche Englischunterricht gebe. Meine Woche ist also bereits sehr ausgefüllt.
Die Fahrerei zwischen Dorf und Stadt ist sehr zeitaufwendig. Eine einfache Fahrt dauert 1,5 Stunden. Die Busse fahren nur ca. fünfmal täglich zwischen 7 und 19 Uhr. Da zurzeit kein Training in der Stadt stattfindet, würde auch der Umzug nach Resende keinen Vorteil bringen. Folglich bin ich am Überlegen, im Dorf wohnen zubleiben. Dann bliebe ich auch vor der großen Hitze im Sommer verschont.
Am Sonntag hatten wir hier im Dorf eine Kinder Batizado. Das ist eine Capoeirataufe, bei der die Schüler eine höhere Kordel (wie bei anderen Kampfsportarten einen Gürtel) verliehen bekommen. Alle Capoeiristas unter Euch können daraus schließen, dass es sich leider um keine Angola Gruppe handelt. Ich muss mich also mal wieder einem neuen Capoeirastil anpassen... Aber besonders mit den Kindern macht es mir dennoch viel Spaß, und die Batizado bei herrlichstem Sonnenschein und mit anschließendem Churrasco (brasilianisches Grillen) war großartig.
Essen:
Sowohl beim Mestre in Resende als auch im Colégio bekomme ich mittags eine warme Mahlzeit. Das Essen ist lecker, aber es gibt tatsächlich jeden Tag Bohnen und Reis. In einem Jahr wird mir sicherlich
beides zum Hals raushängen...
Klima:
Von wegen in Brasilien ist es immer warm und scheint die Sonne! Hier in den Bergen auf 1000 m Höhe kann es richtig kalt werden. Jetzt im Winter ist es nachts oft um den Gefrierpunkt. Ohne Holz für
den Kamin bringt das manch fröstelnde Abende mit sich.
Tagsüber dagegen kann die Sonne sehr heiß sein. Nico und ich hatten beide bereits unter Sonnenbrand zu leiden. Dieser große Temperaturunterschied ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Die letzte Woche hat es nur geregnet. Da konnten wir uns also nicht mal tagsüber aufwärmen. Dafür ist es jetzt wieder umso schöner!
Sprache:
Die Verständigung klappt erstaunlich gut. Ich bin froh, dass ich schon so gute Basiskenntnisse mitgebracht habe, denn hier oben spricht kaum jemand englisch oder deutsch. Wir haben das Glück, dass
hier im Dorf ein Sprachlehrer wohnt, der uns dreien kostenlos Unterricht gibt und im Gegenzug lediglich manchmal mit uns deutsch reden will. Reginaldo ist ein sehr redseliger und spezieller Mensch,
der unglaublich viel weiß und uns in zwei Stunden sehr viel beibringt. Außerdem hat er eine gute Bibliothek und DVD Auswahl, die er uns großzügig zur Verfügung stellt.
Freizeit:
An Freizeitbeschäftigungen mangelt es nicht. Die Dorfbewohner laden uns regelmäßig zum Churrasco ein oder nehmen uns zu Veranstaltungen mit. Letztes Wochenende war ich bei einem Dorffest Forró
(brasilianischer Paartanz) tanzen, am vergangenen Samstag war ich bei einer großartigen Tanzaufführung in Resende. Darüber hinaus bekommen wir regelmäßig gebetene wie ungebetene Gäste, so dass es
manchmal schwer fällt, ein wenig Zeit für sich alleine zu finden. Aber im Großen und Ganzen freuen wir uns natürlich über die Herzlichkeit und das entgegengebrachte Interesse.
An einem Wochenende habe ich bereits einen Ausflug nach Rio gemacht. Dort habe ich einige Freunde aus meiner Hannoveraner Capoeiragruppe Nzinga getroffen, die gerade ein paar Wochen mit Mestre Paulo Siqueira durch Brasilien reisen. Gemeinsam mit ihnen habe ich an einem Workshop bei Mestre Marrom teilgenommen. Zunächst etwas verängstigt durch zahlreiche Gruselgeschichten über die hohe Kriminalitätsrate habe ich mich durch den direkten Kontakt mit den Einheimischen innerhalb weniger Stunden einigermaßen sicher gefühlt und weiß nun, an welchen Orten ich mich relativ bedenkenlos in dieser ambivalenten Millionenstadt aufhalten darf. Der Workshop war super, die Leute unheimlich nett und die Stadt sehr beeindruckend. Stadt, Berge, Sonne, Strand und Meer gekoppelt mit Capoeira, Samba und Forró - das ist das Brasilien, wie man es sich vorstellt!
Soviel für heute. Ich hoffe, ich konnte Euch mein Leben hier etwas veranschaulichen und einen Teil der neugierigen Nachfragen beantworten. Fotos findet Ihr ab sofort unter Blog > Fotos.
Es lohnt sich auch immer auf Nicos Blog zu schauen. Er schreibt sehr regelmäßig und ausführlich über unsere gemeinsamen Erlebnisse.
Um abraço e até logo,
Rebekka
Di
11
Aug
2009
Brasilien - hier bin ich!
Am 5. August bin ich wohlbehalten gemeinsam mit John und Nico, den beiden anderen deutschen Freiwilligen, in Sao Paulo gelandet. In dem kleinen Bergdorf Mauá wurden wir von den vorigen Freiwilligen herzlich in Empfang genommen. Nach einer ausgelassen Abschieds- und Willkommensparty kennen wir nun bereits das halbe Dorf. Die Brasilianer sind ausgesprochen nett und gastfreundlich!
Den ersten Monat teile ich mir gemeinsam mit John und Nico ein Haus in Mauá, bis unsere Arbeits- und Wohnsituation endgültig geklärt ist. Da die Schule zurzeit wegen der Schweinegrippe geschlossen ist, können wir erst nächste Woche mit der Arbeit beginnen. So haben wir genug Zeit, uns etwas einzuleben, an die Sprache zu gewöhnen und die Umgebung kennen zu lernen.
Zurzeit ist es hier oben leider relativ kalt. Dafür ist die Landschaft wunderschön und herrlich grün. Heute haben wir eine Jeeptour durch die Dörfer zu einigen der zahlreichen Wasserfälle gemacht.
Weitere Berichte folgen in Kürze.
Até logo!
Rebekka
Sa
01
Aug
2009
Straßenroda in Bonn
Kurz vor meiner Abreise, haben wir mit der Capoeiragruppe Equilibrio unter der Leitung von Mestre Indio in der Bonner Altstadt auf dem legendären Straßenfest in der Michaelstraße eine Roda gemacht. So hatte ich die Gelegenheit, noch einmal öffentlich auf mein Projekt in Brasilien aufmerksam zu machen.
Der Bonner General Anzeiger hat meinen Spendenaufruf daraufhin in der Zeitung veröffentlicht. Leider sind ein paar Ungenauigkeiten im Text, aber dennoch freue ich mich über den erstaunlich langen
Artikel und das schöne Foto. (Artikel Download unter Spendenaufruf > Presse)
Das Fest war großartig! Nach einem sonnigen Nachmittag haben wir noch bis spät in die Nacht hinein gegrillt, gefeiert und getanzt. Ein glorreicher Abschied, der mich Bonn in bester Erinnerung
behalten lässt. Fotos s.u.